Tag des offenen Denkmals 2016

 

Dieser Tag, der am Abend mit dem Gottesdienst seinen Abschluss fand, bot beides, offene und gastliche Kirche für interessierte Besucher aus der Region und gelebte Integration mit  den Flüchtlingen aus dem Iran, die nun schon so viele Monate zu unseren Gemeinden gehören und an den Gottesdiensten teilnehmen.

 

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Tag des offenen Denkmals  2015 in Sankt Marien

 Die Marienkirche war am 13. September 2015 von 11 bis 19 Uhr geöffnet und bot den zahlreichen Besuchern Gelegenheit, die Kirche zu erkunden. Das Programm nahm das deutschlandweite Motto "Handwerk, Technik, Industrie" auf und setzte von der Gemeindesituation angeregt, Schwerpunkte. Denn das Jubiläum "500 Jahre Marienaltar" bestimmte das Jahresprogramm und so auch diesen Tag.

Bei den Kirchenführungen ging es deshalb vor allem um den Bildschnitzer Bartold Kastrop und seine Göttinger Werkstatt. Bildschnitzer und Fassmaler des späten Mittelalters verstanden sich als Handwerker und weniger als Künstler, wie wir das heute denken würden.

Eine kleine Foto-Ausstellung zeigte Figuren der Flügelaltäre von Bartold Kastrop aus Göttingen, Hetjershausen und Diemarden im Vergleich.

Ein Bildschnitzer aus unseren Tagen stellte im hinteren Teil der Kirche seine Figuren aus. Seit vielen Jahren hat Georg Bock aus Bad Lauterberg Freude daran, Krippenfiguren zu gestalten und sie in das Harzer Umfeld der Bergbauzeit einzufügen.

Er meinte, die Bezeichnung Bildschnitzer sei zu hoch gegriffen und sprach lieber von seinem Hobby mit der Betonung auf "Freude am Schnitzen und Gestalten".

Der Betrachter konnte das schnell nachempfinden. So entdeckte er neben der weihnachtlichen Szene der Geburt des Kindes ein Pochwerk, Köhler bei ihrer Arbeit und manches mehr.

Ungefähr 70 Figuren gehören zu Georg Bocks Harzer Weihnachtsgeschichte.

Ein weihnachtliches Thema mitten im Sommer?

Im Jahr des Altarjubiläums war das durchaus passend, denn auch die die Flügel des Marienaltars zeigen auf ihrer Alltagsseite diese Geschichte, angesiedelt in der Zeit Dürers.

Die Mariengemeinde möchte am "Tag des offenen Denkmals" viele Menschen erreichen, die die verlässlich offenen Kirchentüren zur Information und zum Verweilen nutzen wollen.

Die Erfahrung von acht Jahren Beteiligung an dem Angebot der Denkmalpflege ist: Im Laufe des Tages kommen viele Besucher aus dem weiteren Umkreis von Osterode, neugierig und offen für das Gespräch. 

"Ich habe gar nicht gewusst, wie schön diese Kirche ist", wird manchmal gesagt. Wir denken, es ist der besondere Charakter des Kirchenraumes, der spürbar wird:

Eine Kirche ist kein Museum. Sie erzählt aus vielen Jahrhunderten Glaubensgeschichten, die manchmal schwer zu entschlüsseln sind.

Der "Tag des offenen Denkmals" bietet sowohl Hilfestellung als auch die Möglichkeit zum eigenen Erkunden für Besucher jeden Alters.