Das Mariendorf..............

..... lag vor dem Marientor der Stadt Osterode. Seinen Mittelpunkt bildete die Kirche auf dem Lindenberg. Hinweisen nach handelte es sich bei dem Mariendorf um eine bis ins 15. Jahrhundert bestehende eigene politische Gemeinde. Sie unterstand einst dem Kloster Katlenburg, das Dietrich III. von Katlenburg um 1100 gegründet hatte. Die Gemeinde übte das Patronatsrecht über die Marienkirche aus, d. h. die Schutzherrschaft mit allen Rechten und Pflichten, wozu auch der Vorschlag zur Besetzung der Pfarrstelle gehörte. 1337 gelangte die Kirche im Tausch gegen die zu Berka an das Erzbistum Mainz.

Umgeben war diese Ortschaft teils von einer Mauer, teils von einer schützenden Hecke, der sog. Leuthecht. Die Straßenbezeichnung "Hohe Leuchte" erinnert daran. 

Durch die westlich der Marienkirche gelegene Pforte in der Friedhofsmauer erreichte man den Wedemenhof, der zeitweise auch Marien- oder Papenmeier-, Rats- und schließlich Lindenhof genannt wurde. Zu diesem gehörten rund 130 Morgen Land, darunter vermutlich der im Mittlingeroder Feld gelegene zehntfreie Acker, heute Gebiet um den Feldbrunnen. Dieser Meierhof in Kirchenbesitz gelangte mit Gärten auf unklare Weise an die Familie Quast und später durch Kauf an die Familie von Berckefeld.  

Auch die niedrigen Häuser der Hörigen  -  ohne Stallungen, die „Im Winkel“ stehenden Häuser vermitteln einen Eindruck der damaligen Verhältnisse  -  gehörten dem Kloster, wie auch die, in denen halbfreie Leutsassen -  mit wenig eigenem Land -  wohnten.  Auch Felder und Gärten, für die etliche Einwohner Zinsen an den Pfarrer zahlten, befanden sich in diesem Dorf. (Text aus der Festschrift im Jahr 2008 von Ingrid Kreckmann)