"Von Turm zu Turm" tritt die Nachfolge der "Haltepunkte" an

 v.l.n.r. : Marianne Koch, Alexandra Specht, Johanna Friedlein, Heide Röhl, Uta Herrmann, Michaela Dapra, Gustav Oestern, Christa Dobroschke, Hanne Oberländer und Stefanie Pühn, es fehlt Nadine Lindemann (Foto: Mareike Koch)

 

Das Team

Das Projekt „Kirchenzeitung für alle“ hat uns zusammengeführt. Neugierig, an Inhalten interessiert und unerschrocken machten wir uns auf den Weg.

Wir möchten nicht nur den einzelnen Gemeinden ein Gesicht geben, sondern auch die Gemeinsamkeit aller sicht- und lesbar  machen.

Ob klein oder groß, keine Gemeinde soll weniger wichtig sein. Ob hoher Turm oder kleiner Dachreiter, entscheidend ist die Lebendigkeit unter dem Kirchendach, und die möchten wir zum Ausdruck bringen. 

Ob wir das zur Zufriedenheit unserer Leser geschafft haben? Sicherlich gibt es noch außerhalb unserer Redaktionsrunde gute Ideen und Vorschläge zur Verbesserung. Wir freuen uns über jede Anregung.

Unsere Sommerausgabe wird Mitte Juni rechtzeitig vor Beginn der Sommerferien erscheinen und den Zeitraum bis Mitte September betreffen. Redaktionsschluss für alle Beiträge ist der 17. Mai. 

Schreiben Sie uns, tragen auch Sie, wenn Sie Freude daran haben, dazu bei,

dass TURM ZU TURM Nr. 2 Menschen in Dorf und Stadt erfreut und informiert.

(Text aus Von Turm zu Turm Nr.1)  

Uta Herrmann

für das Redaktionsteam

 

 

Turm zu Turm - Nr. 2  -  St. Marien

Peter Wendlandt - seit 25 Jahren Organist in Sankt Marien

Natürlich ist viel zu berichten über die lange Zeit, in der Peter Wendlandt Gottesdienste begleitet und Krippenspiele mit vertrauten und neuen Kindern vorbereitete, - ausdauernd, zuverlässig und sehr geduldig. Davon können nicht nur kleine Schafe, Hirten und Engel berichten, sondern auch die vielen Helfer.

Als er vor 2 Jahren auf meinen Wunsch hin den Ferienpasskindern "seine" Orgel erklärte, da erlebte ich hautnah, was es bedeutet, ein Instrument zu lieben. Auf dem Foto hebt er Elisabeth hoch, damit sie einmal spürt, wie der Wind aus den Prospektpfeifen geblasen wird.

Lange Jahre half Peter Wendlandt, auf die dringende Restaurierung der Orgel hinzuweisen und Geld einzutreiben. Dass er Sonntag für Sonntag nach Marien kommt, liegt wohl an der Besonderheit dieses alten Instruments und der schlichten Schönheit der Kirche, ... vielleicht ist ja auch die Familientradition im Spiel?

Wir jedenfalls sind sehr glücklich, dass er uns treu geblieben ist.

Uta Herrmann für den Kirchenvorstand

 

 

Von Turm zu Turm - Nr. 3 - St. Marien

 

Liebe Leser der 3. Ausgabe unseres gemeinsamen Gemeindebriefes!

Der Herbst ist bunt. Es ist Erntezeit. Erntedankzeit. Eine Zeit zum Einkehren, Rasten, Nachdenken. „Nachdenken“ über die Ernte eines Jahres. Was haben wir eingefahren? Was haben wir geerntet aus unserer Mühe? Was ist gelungen, was nicht? Erntedank kann so ein Anlass sein, darüber nachzudenken, was war und was werden soll. Sich zu freuen über die Früchte unserer Arbeit und über all die Früchte, die uns zuwachsen, ohne dass wir etwas dafür tun mussten. Sich über Selbstverständlichkeiten freuen, z.B. das wir ohne fremde Hilfe einkaufen gehen und auch etwas da  ist, was wir einkaufen können. Aber nicht nur über die Früchte des Feldes, für die Nahrung und das Dach über dem Kopf, haben wir Anlass zum Danken. Auch für ganz viele Dinge des alltäglichen Bedarfs können wir von Herzen dankbar sein. Dinge, an die wir uns längst gewöhnt haben.

 

Der Astronaut James Irwin, der als einer der ersten auf dem Mond war, hat einmal gesagt: „Als ich nach 12 Tagen Mondflug auf die Erde zurückkam, lernte ich so kleine Dinge schätzen wie: auf einem Stuhl sitzen zu können und den Druck meines Hinterteils zu spüren, imstande zu sein, ganz normal zu gehen, mit einem Löffel zu essen, in einem Bett zu liegen und in dieser Position dann auch liegen zu bleiben. Dinge zu riechen, das Empfinden für die Erde zu haben und wirkliche Geräusche zu hören. Denn ich kam aus einer Welt, in der es Töne, Gerüche, Gefühlseindrücke nicht gibt.“

Das sind ganz alltägliche Dinge, die sich dieser Astronaut wünscht und für die er dankbar ist.

Aber auch Liebe, Geborgenheit, der Wert der Freundschaft können einem in den Sinn kommen. Oder Eltern, die sich gelegentlich so arg mit ihren Kindern mühen müssen, sind bei näherem Nachdenken gar nicht so selbstverständlich. Und vielleicht können auch Eltern hin und wieder für ihre Kinder dankbar sein, und es ihnen sogar zeigen. Jedenfalls ist diese Sehnsucht bei ihnen sicher auch da. Wir alle sind schwierige Menschen, und doch wollen wir das auch immer wieder einmal hören: Schön, dass es dich in meinem Leben gibt. Und ich vermute, dass auch Gott gelegentlich Worte des Dankes für seine selbstverständliche Zuwendung erwartet.

 

Erntedank?

Natürlich ist uns nicht immer zum Danken zumute. Manch einer hat gute Absichten gesät und Schnecken geerntet. Bildhaft aber auch, wenn ich an die Dinge denke, die wir begonnen haben, aber die nicht so ausgingen, wie wir gedacht hatten. Mancher kann sagen: Ich habe Dinge geerntet, die ich nicht gesät, die ich nicht gewollt habe und auch keinem anderen wünsche. Da kann es wichtig sein, nicht nur mit sich und der Umwelt zu rechten, sondern auch mit Gott.

 

Jährlich wiederkehrende Tage wie das Erntedankfest können uns helfen, das Danken einzuüben, Beklagenswertes auszusprechen und um eine bessere Ernte im nächsten Jahr zu ringen.

Gottes Verheißung für unser Leben ist, dass es sich runden und erfüllen soll. Das heißt nicht, dass dann alles leicht und fröhlich ist. Es wird eher so sein,  das man sagt:  Es war nicht immer leicht und bis heute hadere ich mit bestimmten Dingen meines Lebens, aber insgesamt möchte ich niemand anderes sein, mit niemand anderem mein Schicksal tauschen. Wir alle kennen vielleicht diese Zufriedenheit in Ansätzen, wenn wir bereits heute mit bestimmten Jahren oder Abschnitten unseres Lebens unseren Frieden gemacht haben und sogar ein bisschen zufrieden zurückblicken. Das ist etwas von gelingendem Leben, das uns allen zu wünschen ist. Es ist ein Vorgriff auf die Zukunft, aber vielleicht hilft er uns zu einer Lebenshaltung, die auch der Dankbarkeit Gott gegenüber ihren Raum gibt. Das jedenfalls, wünsche ich uns allen.

 

Ihr Pastor Michael Bohnert

Die Marienkids starteten in die Sommerferien

Gleich am ersten Sommerferien-Wochenende fand für die Mädchen ab 11 Jahre ein Selbstverteidigungskurs statt. Es ging unter der Leitung von Michael Kassing mit der Selbstbehauptung los. Die Mädchen lernten erst in Theorie und später auch in Praxis, wie sie sich im Fall einer Bedrohung verhalten sollen. Dabei ging es nicht nur um Bedrohungen von erwachsenen Angreifern sondern auch um Alltagssituationen, wie z.B. Streit oder Mobbing in der Schule. Die eigenen Grenzen erkennen, Respekt gegenüber anderen einhalten und richtige Verhaltensformen für den Ernstfall proben. Das sind einige Beispiele, die wir am Samstag erlernt haben. Am Sonntag kam dann Marco Schrader zu uns in die Turnhalle. Er gibt regelmäßig Selbstverteidigungskurse für verschiedene Altersgruppen. Nach einer kleinen Aufwärmphase ging es dann an viele praktische Übungen. Verschiedene Gefahrensituationen wurden durchgespielt und wie man sich dagegen wehren kann.

Am 13.07. ging es dann für alle sportbegeisterten Fahrradfahrer mit Michael Kassing und unter der Leitung von Werner Bohnen auf große Fahrradtour, 20 km über Stock und Stein. Ein besonderes Highlight war in diesem Jahr eine spezielle Mountainbikestrecke, auf der besondere Techniken, wie z.B. das Springen über eine Rampe erlernt werden konnten. Zum Abschluss gab es dann selbstgemachte Pizza.

Es waren mal wieder zwei ganz besondere Veranstaltungen. Mein Dank geht an alle Helfer und besonders an die Kids, die daran teilnahmen.

 

Tanja Kassing

 

 

Von Turm zu Turm - Nr. 5 - St. Marien

Die Sache mit den geöffneten Türen ...

 

Aus der Weihnachtszeit ist es uns vertraut: Man kann Türen öffnen, viele sind nicht verschlossen, es braucht nur die Neugier und den Entschluss.

 


Dass die Sankt Marienkirche eine verlässlich geöffnete Kirche ist, wissen viele unserer Leser und jeden Tag nutzen Besucher dieses Angebot. Einige von ihnen schreiben eine kurze Nachricht ins Gästebuch, um sich zu bedanken, ihrer Freude Ausdruck zu geben oder auch um ein kleines Gebet zu formulieren.

 

Wer eine alte Kirche entdecken und die Bilder und Gegenstände verstehen will, der braucht manchmal Hilfe und ist dankbar, wenn er sie auch findet, denn auch viele kleine Begebenheiten auf den Bildern sind mehr als nur Beiwerk. Ein Beispiel ist das Abendmahlsbild des Marien-Altares.Es ist eine Kopie eines Bildes, das ein holländischer Künstler im 17. Jahrhundert gemalt hat.

Die drei Ausschnitte erinnern an bekannte Geschichten, die zum Nachdenken auffordern sollen:   

  

 

Warum kann der,

der Wasser in Wein verwandelte,

sich selbst nicht helfen?  

 

Wen meint er?

Bin ich‘s,

der ihn verraten wird? 

 

Gehörst du nicht auch zu diesem Jesus?

Deine Sprache verrät dich!

… und Petrus bestreitet alles.

So erinnert diese kleine Szene am rechten Rand des Abendmahlsbildes

an den Verrat des Petrus, der zeitlich deutlich später liegt.

Folgendes Wort von Jörg Zink lädt geradezu ein, eine Kirchentür zu öffnen … 

„ … die Bilder sagen etwas, deuten und fordern. Wer sie verstehen will, muss sich Zeit nehmen. Denn diese Werke sind ins Bild gefasste Worte, und es gilt, so lange und geduldig zu sehen, bis man anfängt, zu hören.“

Eine Kirche entdecken…

Das ist nicht nur das Thema eines Konfirmandenkurses, der im Februar in Sankt Marien angeboten wurde. Im März laden wir zu einem kleinen Seminar mit der Beauftragten für Kirchenpädagogik im Sprengel Göttingen/Hildesheim ein, das Osteroder Kirchenführern Hilfestellung und Anleitung geben soll. 

                                                                                                                                                               Uta Herrmann